Buch-Cover-B1-newestl_1200

Vorwort:
Schlachtschiff TIRPITZ, ein vermutlich unerschöpfliches Thema mit zahlreichen nationalen wie internationalen Publikationen in den letzten Jahrzehnten. Warum also noch einmal die Geschichte zu einem längst versunkenen Schiff aus einer sehr düsteren Epoche des vorherigen Jahrhunderts aufgreifen? Ganz einfach, weil die Menschen auch heute noch von mächtigen Kriegsschiffen, speziell wenn Legenden sie umgeben, fasziniert sind. Am 01.04.14, zum Start dieser Bücherreihe, jährt sich nun der Stapellauf zum 75. Mal.

Wie viele andere in ihrer Generation waren auch die Verfasser von den beiden letzten deutschen Großkampfschiffen beeindruckt und begannen, sich für ihre Schicksale zu interessieren. Im Verlauf von über einem Jahrzehnt kamen durch die Recherchen vor Ort und in Archiven zahlreiche Zeitdokumente zutage, die bislang kaum oder noch gar nicht bekannt waren. So entstand der Gedanke, sich nicht nur selbst an diesem historischen Material zu erfreuen, sondern auch andere Interessierte daran teilhaben zu lassen, seien es nun Modellbauer, Angehörige der ehemaligen Besatzungsmitglieder oder Historiker. Hinzukommen weltweit noch viele, die der Schlachtschiff-Ära eine besondere Faszination entgegenbringen, darunter nicht zuletzt auch den durchaus “militärelegant” wirkenden Einheiten BISMARCK und TIRPITZ. Schlussendlich mag dazu auch beigetragen haben, dass sie den alten Menschheitsmythos des “Einer gegen Alle” bedienten.

Auch wenn die große Zeit der Schlachtschiffe Ende der Dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts schon fast vorbei war und der Flugzeugträger nun als dominante Waffe der Marine die Weltmeere beherrschen sollte, so beeinflussten diese deutschen Dickschiffe die strategischen und operativen Überlegungen der Alliierten auf See doch ganz erheblich. Stand man doch unter ständigem Zwang, schwere Einheiten in größerer Zahl bereit zu halten. Und was wäre passiert, wenn sie auch noch zusammen im Atlantik aufgetreten wären, welchen Schaden hätten sie den alliierten Geleitzügen zufügen können? Doch dafür war es schon bald zu spät, denn als die TIRPITZ im September 1941 schließlich einsatzbereit war, ruhte das Schwesterschiff, nachdem es von dutzenden britischen Schiffen und zahlreichen Flugzeugen gejagt wurde, bereits einige Monate in über 4.700 m Tiefe auf dem Grund des Atlantiks.

Aufgrund des vorliegenden, riesigen Fotofundus war es nun erstmals möglich, bildliche Zusammenhänge zu erkennen, um – fundiert durch genaue Ortskenntnis – eine chronologische Abfolge der Aufnahmen zu erreichen. Aber auch eine exakte Bildauswertung war entscheidend, wurde doch manchmal auf dem alten Fotomaterial etwas festgehalten, was z. B. in Eintragungen der Kriegstagebücher oder anderer Dokumente wiederzufinden ist. Erst dadurch war es abschließend möglich, die Lebensläufe der zwei Schiffe bezüglich präziser Datierung und Ortsangabe in dieser Form einer Bücherserie optisch nachzuzeichnen. Des Weiteren wurde darauf geachtet, sowohl dem versierten Marine-Experten als auch dem nicht so fachkundigen Leser in den Bildunterschriften etwas anzubieten.

In einer historischen Fotodokumentation wie dieser lässt es sich nicht vermeiden, dass zeittypische Symbole und Symbolik zu sehen sind. Es wäre jedoch ein absolutes Missverständnis, wollte man daraus ableiten, dass sich die Autoren nationalsozialistischem Gedankengut verbunden fühlen. Das ändert aber nichts daran, dass diese stählernen Giganten zur See als Machtträger eine gewisse Faszination ausüben, also vollkommen unabhängig von dem dahinterstehenden menschenverachtenden, politischen System.

 

Chronologische Gliederung:
1936 / 24. Okt.: Baubeginn in Wilhelmshaven, Helling II
1939 / 01. April: Stapellauf TIRPITZ im Bauhafen
1939 / 01. April: Verholen ins Schwimmdock
1939 / April – 1941 / Feb.: Ausrüstung in der Kriegsmarinewerft
1940 / Ende Sept.: Zweites Verholen ins Schwimmdock
1940 / Ende Sept. – Anf. Okt.: Schwimmdock
1940 / zweite Oktoberwoche: Zurück in den Bauhafen
1940 / Okt. – 1941 / Jan.: Bauhafen (Südkaje)
1941 / zweite Januarhälfte: Verholen an den Dampfprobenplatz
1941 / zweite Januarhälfte – Anf. Feb.: Scheer-Hafen
1941 / zweite Februarwoche: Retour in den Bauhafen
1941 / Feb.: Endausrüstung im Bauhafen (Südkaje)
1941 / 25. Feb.: Indienststellung im Bauhafen
1941 / 27. Feb.: Zweite Verlegung zum Dampfprobenplatz
1941 / 27. Feb. – 09. März: Dampfprobenplatz
1941 / 09. März: Verholen in die III. Einfahrt
1941 / 09. März: Verlegung nach Brunsbüttel Reede
1941 / 11. – 12. März: Fahrt durch den KWK
1941 / 12. – 13. März: Kieler Förde und Strander Bucht
1941 / 13. – 14. März: Von Kiel nach Gotenhafen
1941 / 14. – 20. März: Liegeplatz Seebahnhof (Ghf)
1941 / 21. März – 18. April: I. Ausbildungsabschnitt, östl. Ostsee
1941 / Ende April: Einbau vordere E-Messer und 10,5cm Flak I
1941 / 05. Mai: Inspizierung, Hitler am Seebahnhof

Zusätzliches:
Zeitgenössischer, techn. Bericht Stapellauf TIRPITZ
Abbildung der Original Eintrittskarte zum Stapellauf
Taufrede Schlachtschiff TIRPITZ
Original Farbtonübersicht der ABB Nr. 31 aus dem Jahr 1941
Innenaufnahmen und das Leben an Bord
Kommandant Topp und Erster Artillerieoffizier Weber
Das Bordflugzeug der TIRPITZ, die Arado 196
Wilhelmshaven, »Einst und heute«
Kaiser-Wilhelm / Nord-Ostsee-Kanal, »Einst und heute«
Gdynia / Gotenhafen, »Einst und heute«

Karten:
1936 / Übersichtskarte Wilhelmshaven
1939 / 01. April: Hafenplan, Verholen ins Schwimmdock
1941 / 09. – 12. März Wegeskizze, von Whv nach Kiel
1941 / 13. – 14. März Wegeskizze, von Kiel nach Ghf
1940 / Übersichtskarte Gotenhafen

Grafiken:
1939 / 01. April: Schlepperbewegungen beim Stapellauf
1940 / Sept. und Okt.: Tarnung für Bauhafen und Schwimmdock
1941 / ab Ende Feb.: Ausrüstungsstand kurz vor Indienststellung
1941 / 05. Mai: Hitlers Besichtigungsroute auf TIRPITZ
1941 / ab Anfang Mai: Ausrüstungsstand, Seebahnhof (Ghf)


Seite 34-35

Seite 36-37
Seite 58-59
Seite 104-105
Seite 110-111
Seite 118-119
Seite 122-123
Seite 144-145
Seite 172-173